Herlitz Aktiengesellschaft, Berlin
Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss
A. Grundlegende Informationen
Die Herlitz Aktiengesellschaft („Herlitz AG“) ist Konzernmuttergesellschaft und hat ihren Sitz in Berlin. Die Konzernzentrale befindet sich Am Borsigturm 100 in 13507 Berlin. Die Herlitz AG wurde 1972 im Amtsgericht Charlottenburg (Berlin, Deutschland) nach dem Aktiengesetz in das Handelsregister, Abteilung B, unter Nr. 7129 eingetragen. Der Herlitz-Konzern gehört zu den führenden Produzenten und Händlern von Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) sowie Papeterieartikeln in Europa. Die Herlitz AG ist eine in der Bundesrepublik Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft mit Sitz in Berlin, deren Aktien öffentlich gehandelt werden.
Herr Jan Van Riet hat zum 31. Mai 2007 sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt. Mit Wirkung zum 1. Juni 2007 wurde Herr Jan von Schuckmann zum Vorstandsvorsitzenden und Herr Martin Hoffmann zum Vorstandsmitglied berufen.
Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2007 ist durch Beschluss der Geschäftsleitung zur Veröffentlichung zum 30. August 2007 freigegeben.
Von dem im Handelsregister eingetragenen Grundkapital und der Stimmrechte der Herlitz AG entfallen 65,99 % auf die Stationery Products S.à.r.l., Luxembourg („Stationery Products“). Die Stationery Products gehört mittelbar zur Advent International Corp. mit Sitz in Boston, USA, einer international tätigen Private Equity Gesellschaft.
B. Grundlagen und Methoden des Konzern-Zwischenabschlusses
1. Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2007 wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretationen durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt, wie sie in der EU anzuwenden sind.
Die Darstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2007 erfolgte in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung".
Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss enthält nicht alle für den Konzernjahresabschluss vorgeschriebenen Angaben und Erläuterungen und sollte im Zusammenhang mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2006 gelesen werden.
2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Die bei der Erstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2006 angewendet wurden.
3. Konsolidierungskreis
Neben der Herlitz AG (Mutterunternehmen) sind gegenüber dem Geschäftsjahr 2006 unverändert 13 inländische und 12 ausländische Gesellschaften einbezogen.
4. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurde eine Änderung bei der Risikobewertung der Rückstellung für die Zubehörhaftung vorgenommen, da sich die Risikoposition der Herlitz PBS AG im Vergleich zum Zeitpunkt des Konzerabschlusses zum 31. Dezember 2006 verbessert hat. Ursache dafür ist die gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass ein adäquater Anschlussmietvertrag für den Verwaltungsstandort in Berlin-Tegel abgeschlossen wird. Der Auflösungsbetrag beläuft sich auf TEUR 225.
C. Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit
Aufgrund des saisonalen Charakters des Geschäftes werden die wesentlichen Ergebnisbeiträge in der zweiten Jahreshälfte im Schulanfangs- und Weihnachtsgeschäft erzielt.
D. Segmenterlöse und Segmentergebnisse
Die Segmente in der primären Berichterstattung bilden die Trennung des operativen Geschäftes in die Bereiche „Produktgeschäft“ und „Dienstleistung“ (Logistikdienstleistungen / Merchandising) ab. Der Produktbereich deckt hierbei die reinen Produktions-, Marketing- und Vertriebstätigkeiten ab, während das Segment Logistik die Lieferungen und sonstige Logistik-Dienstleistungen sowie das Merchandising beinhaltet. Außenumsatz, Segmentergebnisse und Abschreibungen sowie betriebliches Vermögen und Schulden sind in der Segmentberichterstattung nach der Konsolidierung dargestellt.
E. Sonstige Erläuterungen
1. Eventualverbindlichkeiten/ -forderungen
Die im Konzern-Anhang zum 31. Dezember 2006 erläuterte Haftungssituation der Herlitz AG gegenüber der Stationery Products S.à.r.l. für die Verbindlichkeiten der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Falkensee besteht unverändert fort.
2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Herlitz PBS AG hat von der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Falkensee KG Gebäudeflächen in der Immobilie „Logistikzentrum Falken¬see“ sowie von der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Tegel KG Flächen im Lager- und Verwaltungsgebäude in Berlin-Tegel angemietet. Zum 30. Juni 2007 sind beide Mietverträge ausgelaufen. Derzeit finden Verhandlungen über neue längerfristige Mietverhältnisse statt. Es wurden mit den Vermietern Übergangslösungen vereinbart. Demnach wurde der bis 30. Juni 2007 gültige Mietvertrag für das „Logistikzentrum Falkensee“ zu gleichen Bedingungen bis zum 31. Dezember 2007 mittels Nachtrag verlängert. Für die Lager- und Verwaltungsflächen in Berlin-Tegel wurde ebenfalls ein Nachtrag zum abgelaufenen Mietvertrag bis Ende des Jahres 2007 geschlossen. Die sich daraus ergebenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen bis zu einem Jahr in Höhe von derzeit monatlich 519 TEUR.
3. Mitarbeiter
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (ohne Auszubildende) hat sich gegenüber dem Gesamtjahr 2006 um 92 auf 2.347 verringert.
Der Rückgang der Mitarbeiter erfolgte im Zuge des Restrukturierungsprogramms, um die Ergebnissituation des Konzerns nachhaltig zu verbessern.
4. Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Nachfolgend sind die Gesamtbeträge aus Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2007 respektive zum Stichtag 30. Juni 2007 dargestellt. Erläuterungen zu den einzelnen Sachverhalten sind dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2006 zu entnehmen:
Konzernzwischenlagebericht
1. Rahmenbedingungen
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den für Herlitz relevanten Markt für Papier-, Büro- und Schreibwaren haben sich zu Beginn des Jahres 2007 leicht verbessert. Nicht nur im Export sondern auch im Inland konnte die Branche Umsatzsteigerungen gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres verzeichnen. Dabei hielt der Trend zu discountierenden Vertriebskanälen weiter an. Kostensteigerungen bei den Rohstoffen sowie im Personalbereich konnten allerdings im Markt nicht durch Erhöhung der Verkaufspreise aufgefangen werden.
Herr Jan Van Riet hat zum 31. Mai 2007 sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt. Mit Wirkung zum 1. Juni 2007 wurde Herr Jan von Schuckmann zum Vorstandsvorsitzenden und Herr Martin Hoffmann zum Vorstandsmitglied berufen.
Auf der ordentlichen Hauptversammlung der Herlitz AG am 13. Juni 2007 wurde vor dem Hintergrund des abgeschlossenen aktienrechtlichen Statusverfahrens, in dessen Folge für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats nicht mehr das Mitbestimmungsgesetz sondern das Drittelbeteiligungsgesetz maßgeblich ist, die Änderung einiger den Aufsichtsrat betreffender Satzungsbestimmungen beschlossen. Eine wesentliche Änderung besteht darin, dass der Aufsichtsrat künftig nicht mehr aus zwölf, sondern aus sechs Mitgliedern bestehen wird. Die Eintragung ins Handelsregister ist am 20. Juli 2007 erfolgt.
2. Geschäftsverlauf
Im Zeitraum Januar bis Juni 2007 lagen die Umsatzerlöse im Herlitz-Konzern seit langer Zeit erstmalig über den Vergleichswerten des Vorjahres. Insbesondere der Anteil des internationalen Umsatzes am Konzernumsatz konnte im ersten Halbjahr 2007 weiter um 4% auf rund 41% erhöht werden. Die umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen führten zu Entlastungseffekten im Personalaufwand gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode. Höhere Logistikaufwendungen haben dagegen das Ergebnis belastet.
Der EBIT und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bewegen sich auf Vorjahresniveau.
3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Das Vorratsvermögen ist aufgrund der Vorproduktion für das Schulanfangsgeschäft wie saisonal üblich gegenüber dem 31. Dezember 2006 höher. Im Rahmen der außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente bestehen Mietverpflichtungen von insgesamt 519 TEUR für die Produktions- und Verwaltungsgebäude in Berlin- Tegel und Falkensee mit einer Restlaufzeit bis 31. Dezember 2007.
Die Finanzlage ist im Vergleich zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres ebenfalls saisonal von der Vorfinanzierung des Schulanfangsgeschäfts geprägt. Zur Finanzierung werden sowohl die Bankkreditlinien als auch die Guthaben aus dem Factoring verwendet.
Im Vergleich zum Januar bis Juni des Vorjahres sind die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2007 um 1% gestiegen. Erhebliche Preiserhöhungen bei den Rohstoffen konnten nicht an die Kunden überwälzt werden, sodass sich die Margensituation gegenüber der Vergleichsperiode des Jahres 2006 verschlechtert hat. Das Ergebnis haben auch gestiegene Aufwendungen für Fremdpersonal und Vertriebsaktivitäten belastet. Die Kostensituation im Personalbereich hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum durch die erfolgreiche Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern liegt auf Vorjahresniveau, ist aber saisonal bedingt im Herlitz-Konzern negativ. Die positiven Ergebnisanteile liefern das Schulanfangs- und Weihnachtsgeschäft in der zweiten Jahreshälfte. Der Anstieg der Ertragsteuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultiert im Wesentlichen aus Umkehrungseffekten bei aktiven latenten Steuern, da die temporären Differenzen nicht mehr in dem Maße bestehen.
4. Chancen- und Risikobericht
Die Erläuterungen zu den Chancen und den Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Herlitz-Konzerns im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2006 treffen für die verbleibenden Monate des Jahres 2007 in den wesentlichen Punkten weiterhin zu.
5. Prognosebericht
Die im Prognosebericht des Konzernlageberichts des Geschäftsjahres 2006 vorhergesagte Steigerung der Deckungsbeiträge konnte im ersten Halbjahr 2007 nicht umgesetzt werden. Aufgrund der genannten Rohstoffpreiserhöhungen konnten die Margen der Vergleichsperiode des Jahres 2006 nicht erreicht werden. Derzeit werden Maßnahmen erarbeitet und dann konsequent umgesetzt, um die Marge wieder schrittweise zu verbessern. Die derzeitige Entwicklung auf den Rohstoffmärkten und die zusätzlichen Belastungen aus weiter steigenden Logistikkosten werden auch im zweiten Halbjahr zu Ergebnisbelastungen führen.
Bezüglich der anderen Hauptaussagen liegen für das laufende Geschäftsjahr keine neuen Erkenntnisse vor, die die Prognose wesentlich verändern.
6. Nachtragsbericht
Nach Zustimmung des Bundesrates zum Unternehmensteuerreformgesetz 2008 am 6. Juli 2007 werden in Deutschland ab dem 1. Januar 2008 geänderte steuerliche Vorschriften wirksam. Das wird eine Neubewertung der inländischen latenten Steuern des Herlitz-Konzerns im dritten Quartal zur Folge haben. Die Neubewertung führt zu einem höheren Steueraufwand, da ein Überhang an aktiven latenten Steuern besteht.
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag 30. Juni 2007 lagen im Übrigen nicht vor.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter zum 30. Juni 2007
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den angewandten Grundsätzen ordnungsmäßiger Konzernzwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, der Konzernzwischenlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind."
Berlin, den 17. August 2007
Jan von Schuckmann Martin Hoffmann
HERLITZ AKTIENGESELLSCHAFT
Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
an die Herlitz AG, Berlin
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Herlitz AG, Berlin, für den Zeitraum vom 1. Januar 2007 bis zum 30. Juni 2007, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben. Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen. Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Berlin, 17. August 2007
Ernst & Young AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Seidel Schmidt
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer


