94 Prozent aller Haushalte kennen den Namen "Herlitz". 100 Jahre sind vergangen, seitdem Carl Herlitz in Schöneberg in der Erdmannstraße 4 eine Großhandlung für Papier- und Schreibwaren eröffnete. Aus der Großhandlung von damals wurde einer der größten Papier-, Büro- und Schreibwarenproduzenten.
1904 gründet der gelernte Buchhändler Carl Herlitz in seiner Wohnung in Berlin-Schöneberg eine Großhandlung für Papier-, Büro- und Schreibwaren. Ein Zimmer dient ihm dort als Büro, die Waren werden unter dem Bett gelagert. Morgens zieht er mit seinen Warenmustern in Handkoffern in die Innenstadt, um diese seinen Kunden anzubieten. Die bestellten Waren werden dann von einem Azubi und einem Laufburschen mittels eines Handkarren ausgeliefert. 1929 hat Carl Herlitz es geschafft: Die Firma zählt zum Mittelfeld der Berliner Schreibwaren-Großhandlungen. Einer der Gründe hierfür liegt sicher an seinem regelmäßigen Besuch der Leipziger Messe, auf der er seinen Kunden immer etwas Neues präsentiert. So überzeugt er seine Kunden z. B. durch einen Anspitzer in Tierform – eine Sensation zu dieser Zeit. Schnell ist er bei seinen Kunden als "Neuheiten-Onkel" bekannt und geschätzt.
Als 1935 Carl Herlitz aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, übernimmt sein Sohn Günter Herlitz die Großhandlung und zieht mit sechs Mitarbeitern in die Nähe des Spittelmarktes in Berlin-Mitte. Durch die Anschaffung eines Wagens, eines dunkelblauen Opels P4, kann der Kundenkreis jetzt über die Stadtgrenzen hinaus ausgedehnt werden. Zusätzlich wird Herlitz bei einzelnen Kunden Exklusivlieferant.
Bis zum eigentlichen Aufstieg des Unternehmens sollten aber noch einige Jahre vergehen. Nachdem Günter Herlitz in den Kriegsdienst eingezogen wird, übernimmt seine Mutter, Bertha Herlitz, die Geschäftsführung und hält die Kundenbeziehungen aufrecht. 1943/44 werden die Geschäftsräume zweimal völlig ausgebombt. Mit "Gelegenheitsangeboten aller Art", 30 Mitarbeitern und einem Fahrrad "ausschließlich für geschäftliche Zwecke" geht es im Sommer 1945 in Berlin-Charlottenburg quasi noch einmal von vorne los: teils wurden Glühbirnen von OSRAM, denen der Wolfram fehlte, bemalt, mit einem Aufhänger versehen und als kleine Blumenvasen verkauft, teils Kacheln bemalt und als Bilder verkauft oder Halsketten gebastelt und verkauft. An Ideen fehlt es nicht. 1948 gelingt es Herlitz, Schreibwaren auf dem Luftweg nach West-Berlin zu bringen, u. a. begehrte Markenartikel wie UHU aus Westdeutschland oder Lineale und Kinderbücher aus Ostdeutschland, und wieder das volle Sortiment des Papier- und Schreibwarengroßhändlers zu führen. Die inzwischen 40 Mitarbeiter beschäftigende Firma zählt schon bald zu den wichtigsten Großhandlungen ihrer Branche im Bundesgebiet. Bereits 1951 stellt ein kleiner Buchbindereibetrieb im Lohnauftrag für Herlitz die ersten Hefte und Blöcke her. Zwei Jahre später wird selbst die Fertigung von Schulheften und Zeichen- und Briefblöcken in einem Laden in Berlin-Wilmersdorf mit drei gebrauchten Maschinen aufgenommen. Auf dem westdeutschen Markt gelingt 1960 der Durchbruch mit Diarien und Zeichenblöcken mit Tier- und Sportmotiven. Der Aufstieg des Unternehmens war nicht mehr aufzuhalten. Die Fertigung wurde ausgedehnt, so werden nicht nur Papierartikel, sondern auch Plastikartikel produziert. 1972 wird das Einzelunternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, 1976 entstand aus der "Carl-Herlitz AG" die "Herlitz AG". In den 70er und 80er Jahren baut Herlitz sein Produktprogramm und seine Marktstellung kontinuierlich aus. So werden jetzt auch Schreibgeräte, Briefordner und Registraturmittel gefertigt. Damit ist es aber noch nicht genug: der klassische Schreibwarenbereich wird um Glückwunschkarten, Briefpapier und Geschenkpapier erweitert. Auch heute noch ist Herlitz als "Neuheiten-Onkel" bekannt. Jeder kennt zu dieser Zeit aus Funk und Fernsehen den innovativen Tornado SLS. Durch den Erwerb nationaler Tochtergesellschaften und die Gründung von Produktions- bzw. Vertriebsgesellschaften entwickelt sich das Unternehmen in den 90er Jahren immer stärker zu einem Marktführer von Papier- und Schreibwaren in Zentral- und Osteuropa. Der Ausbau des Sortimentes geht kontinuierlich weiter– so wird u. a. eine Serviettenfertigung aufgebaut. Ende der 90er Jahre ist die Expansionspolitik von Herlitz vorbei: 1997 werden erstmalig Verluste ausgewiesen, es folgt der konsequente Ausstieg aus nicht rentablen Geschäftsfeldern. Im April 2002 muss der Konzern Insolvenz anmelden. Bereits im September 2002 ist es jedoch Herlitz gelungen, als erstes börsennotiertes Unternehmen das Insolvenzplanverfahren zu bestreiten. Heute steht Herlitz auf zwei Säulen: der Dienstleistungssäule mit der eCom Logistik GmbH & Co. KG und der Säule des Produktgeschäftes. Mit seinem heute ca. 15.000 Artikel zählenden Sortiment bietet Herlitz seinen europäischen Handelspartnern ein komplettes PBS- und Papeterie-Sortiment an. Aus den drei gebrauchten Maschinen von einst ist ein hochleistungsfähiger, computergesteuerter Maschinenpark geworden. Seit der Aufnahme der Briefordnerfertigung im Jahr 1976 hat sich Herlitz zum weltweit größten Briefordnerproduzenten entwickelt. So wurden im Jahr 2003 über 83 Mio. Briefordner gefertigt. Aus der Ladentheke von damals hat sich ein geschlossenes Warenwirtschaftssystem entwickelt.
Herlitz ist sich auch seiner sozialen Verantwortung bewusst und hat mit der gemeinnützigen Initiative "BildungsCent" einen Verein ins Leben gerufen, der sich aktiv unter dem Motto "Ein Cent, der Schule macht" engagiert und pädagogische Projektarbeit fördert.
Die Herlitz-Gruppe gehört als eines der bekanntesten deutschen Traditionsunternehmen mit einem Jahresumsatz von 347 Mio. Euro (2003) zu den führenden Herstellern von Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) in Europa. In Osteuropa ist Herlitz bereits heute Marktführer. Firmensitz von Herlitz ist Berlin-Tegel. Die Marke Herlitz steht seit 100 Jahren für qualitativ hochwertige Produkte in den Bereichen Büro und Schule, Schreiben, Schenken, Verpacken und Schmücken. Mit rund 15.000 Artikeln bietet Herlitz seinen Handelspartnern als einziges Unternehmen das gesamte PBS-Vollsortiment an. Neben ausgewiesener Sortimentskompetenz zeichnet sich Herlitz durch ein umfangreiches Dienstleistungsangebot aus, das von der hundertprozentigen Herlitz-Tochter eCom Logistik GmbH & Co. KG erbracht wird. Das Leistungsspektrum der eCom Logistik reicht von der Planung, Sortiments- und Layoutoptimierung über die logistische Abwicklung bis hin zum Merchandising. Diesen Service nehmen namhafte Markenartikler wie tesa, BIC, Henkel, Schwan Stabilo, Rotho, Staedtler, Durable, Sanford, Avery Dennison und der Strumpfhersteller Hudson Kunert in Anspruch.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Herlitz Aktiengesellschaft
Stephanie Freese
Leitung Marketing Service
Am Borsigturm 100,
D-13507 Berlin
Tel: +49 (0)30 - 4393 - 3391
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