Neue Ertragspotentiale durch innovative Informationstechnologie
Die Berliner Herlitz AG setzt im Rahmen der Restrukturierung auf die Entwicklung fortschrittlicher, IT-gestützter Distributionskonzepte. In mehreren erfolgreich angelaufenen Pilotprojekten haben die Experten des führenden Category-Managers im Bereich Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) gemeinsam mit großen Handelsunternehmen neue Technologien zur Steuerung von Sortiment und Warenfluss erprobt. Durch die Auswertung vorhandener Datenbestände gelingt es, das Verbraucherverhalten optimal zu erfassen und das Angebot danach auszurichten.
Ein Stichwort in diesem Zusammenhang ist das so genannte Vendor Managed Inventory (VMI). Bei diesem Verfahren übernimmt Herlitz die Steuerung der Warenbestände des Handels aufgrund der Daten, die von den Scannerkassen erfasst werden. Jeweils nachts werden die Daten an das Herlitz-Rechenzentrum überspielt. Dort wird mit Hilfe eines speziellen Softwaremoduls festgestellt, welche Waren nachgeliefert werden sollen. Ein umfangreicher Datenbestand berücksichtigt dabei saisonale Nachfrageschwankungen ebenso wie Veränderungen im Verbraucherverhalten.
Das Ergebnis des Pilotversuches ist überzeugend: Bei geringeren Warenbeständen im Handel konnten die Bestandslücken um 50 Prozent reduziert werden. Es kommt mit diesem System so gut wie nicht mehr vor, dass der Kunde die gewünschte Ware nicht im Regal vorfindet.
Ebenfalls auf den Daten der Scannerkassen fußt ein zweites Pilotprojekt zur Sortimentsoptimierung, bei dem die Abverkaufsdaten gezielt zur Differenzierung des Sortiments genutzt werden. Auch hier wird spezielle, von den PBS-Spezialisten teilweise selbstentwickelte Software genutzt. Das Ergebnis ist eine deutlich gesteigerte Flächenproduktivität.
In die gleiche Richtung zielt das dritte Projekt, ein Expertensystem zur automatisierten Lösung des operativen Sortimentsplanungsproblems (HELIOS), das bei der Herlitz PBS AG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Produktion, Wirtschaftsinformatik und OR der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Uwe H. Suhl) entwickelt wurde. Mit Hilfe dieses Expertensystems ist es möglich, das standortoptimale Sortiment einer Verkaufsstelle zu bestimmen. In den Planungsprozeß fließen sowohl Kennnzahlen als auch demographische und geographische Daten sowie Experten-Erfahrung ein. Herlitz bietet damit dem Handel auch an neuen Standorten, für die noch keine Erfahrungswerte vorliegen, bereits von Anfang an ein maßgeschneidertes Sortiment.
"Die Informationstechnik ist für uns ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor. Deshalb haben wir hier in den letzten Jahren intensiv investiert. Die damit verbundene Belastung unseres Ergebnisses haben wir bewusst in Kauf genommen, um unsere Position für die Zukunft zu sichern. Die erfolgreichen Pilotprojekte zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind," erläutert Vorstandsvorsitzender Karel de Vries die Aktivitäten des Unternehmens. Herlitz habe jetzt einen erheblichen Vorsprung vor den Wettbewerbern. Das werde sich in absehbarer Zeit auch im Ergebnis bemerkbar machen.
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Babette Erkens, Leiterin Unternehmenskommunikation
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