Herlitz Aktiengesellschaft
Konzern-Zwischenbericht zum 30. Juni 2004
Die Geschäftstätigkeit des Herlitz-Konzerns war seit dem Jahr 2002 durch die Insolvenzplanverfahren der Herlitz Aktiengesellschaft und ihrer nicht börsennotierten operativen Tochtergesellschaft, der Herlitz PBS Aktiengesellschaft Papier-, Büro- und Schreibwaren geprägt. Nach Abschluss beider Insolvenzplanverfahren konnte der Herlitz-Konzern im ersten Halbjahr 2004 erstmals wieder zu seiner normalen Geschäftstätigkeit in einem regulären Geschäftsjahr zurückkehren.
Für den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis zum 30. Juni 2004 betrugen die Umsatzerlöse des Herlitz Konzerns 145 Mio. EUR. Davon entfallen 126 Mio. EUR auf inländische und 19 Mio. EUR auf ausländische Gesellschaften.
Das Ergebnis nach Steuern des ersten Halbjahres 2004 belief sich auf -824 TEUR. Die negative Ergebnissituation resultiert aus der saisonal üblichen Vorproduktion für den Schulanfang und das Weihnachtsgeschäft im zweiten Halbjahr.
Das erzielte Halbjahresergebnis und der Umsatz waren stark durch die nach wie vor angespannte gesamtwirtschaftliche Situation im Inland geprägt:
In dem für die Herlitz-Gruppe maßgeblichen Geschäftsbereich Papier- Büro- und Schreibwaren (PBS) hängt die Produktnachfrage wesentlich vom allgemeinen Konsumklima ab. Für das erste Halbjahr 2004 konnte keine spürbare Belebung der Konjunktur in Deutschland festgestellt werden. Die Konsumausgaben deutscher Privathaushalte erhöhten sich zwar nominal geringfügig gegenüber dem Vorjahr, sie verblieben jedoch inflationsbereinigt auf demselben Niveau wie im Jahr 2003. Auch der Umsatzanteil der für die Herlitz-Gruppe relevanten PBS-Sortimente im deutschen Einzelhandel stagnierte. Beim gewerblichen Verbrauch an PBS-Produkten zeigte sich in der ersten Hälfte des Jahres 2004 ein ähnliches Bild wie bei den Privathaushalten. Im dem für Herlitz bedeutsamen Schulanfangsgeschäft zeichnete sich zum Stichtag 30. Juni 2004 eine gute Auftragslage ab.
Auf der Kostenseite kam der Herlitz-Gruppe eine positive Entwicklung bei der Kapazitätsauslastung aller Produktionsbereiche zugute. Durch gezielte Optimierungen, die teilweise bereits im zweiten Halbjahr 2003 eingeleitet wurden, konnte bei den Personalaufwendungen ein Rückgang erreicht werden.
Die Wettbewerbssituation der Produzenten von Papier-, Büro- und Schreibwaren hat sich im ersten Halbjahr 2004 durch den weiter anhaltenden Preiswettstreit der Anbieter verschärft. Faktoren dieser Verschärfung bestehen unter anderem in der zunehmenden Bedeutung von Discountern und im Markteintritt asiatischer Anbieter.
Bei der Entwicklung der Rohstoffpreise, die einen wesentlichen Einfluss auf die künftige Geschäftsentwicklung des Konzerns haben, zeichnet sich zum Ende des ersten Halbjahrs 2004 ein unheitliches Bild ab. Preiserhöhungen bei einzelnen Rohstoffen sind für die bevorstehenden Monate nicht auszuschließen.
Ein der Intention der gesetzlichen Bestimmungen entsprechender Vorjahresvergleich der Umsatzerlöse und des Ergebnisses ist mangels adäquater Vergleichszahlen des Herlitz-Konzerns für das erste Halbjahr 2003 nicht möglich. Dies ist Folge der durch die beiden wesentlichen Konzerngesellschaften Herlitz AG und Herlitz PBS AG durchlaufenen Insolvenzplanverfahren.
Die insolvenzbedingten Abläufe führten bei beiden Konzerngesellschaften zu einer Aufspaltung der regulären Geschäftsjahre in Rumpfgeschäftsjahre, die sich bei den Gesellschaften zum Teil deutlich unterschieden. Das Kalenderjahr 2003 zerfiel bei der Herlitz AG in zwei Rumpfgeschäftsjahre, wobei das erste am 31.08.2003, das zweite am 31.12.2003 endete.
Zum Ende beider Geschäftsjahre wurde für die Herlitz AG sowohl ein Jahresabschluss als auch ein Konzernabschluss erstellt und durch die Hauptversammlung festgestellt. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2003 bis 30. Juni 2003 liegen entsprechende Zahlen nicht vor.
Ein Vergleich der Zahlen des ersten Halbjahres 2004 mit den für die Rumpfgeschäftsjahre erstellten Zahlen ist außerdem wegen der stark voneinander abweichenden Dauer der Rumpfgeschäftsjahre und der branchenbedingt an Jahreszeiten knüpfenden erheblichen saisonalen Schwankungen des Geschäfts insbesondere im Schulanfangszeitraum und um Weihnachten und den Jahreswechsel nicht möglich.
Die im ersten Halbjahr 2004 erreichte Stabilisierung der Geschäftstätigkeit kann angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für sich genommen als positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr gesehen werden.
Herlitz Aktiengesellschaft
Berlin, 18.03. 2005
Der Vorstand


