Konzern-Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2009 gemäß § 37w WpHG

28.08.2009, Kategorie: Zwischenbericht

Herlitz Aktiengesellschaft, Berlin

Gesamter Bericht

 

Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2009

 

A. Grundlegende Informationen

Die Herlitz Aktiengesellschaft ("Herlitz AG") ist Konzernmuttergesellschaft und hat ihren Sitz in Berlin. Der Herlitz-Konzern gehört zu den führenden Produzenten und Händlern von Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) sowie Papeterieartikeln in Europa. Die Herlitz AG ist eine in der Bundesrepublik Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft, deren Aktien öffentlich gehandelt werden.

Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2009 ist durch Beschluss der Geschäftsleitung zur Veröffentlichung zum 28. August 2009 freigegeben.

Von dem im Handelsregister eingetragenen Grundkapital und der Stimmrechte der Herlitz AG entfallen 65,99 % auf die Stationery Products S.à.r.l., Luxembourg ("Stationery Products"). Die Stationery Products gehört mittelbar zur Advent International Corp. mit Sitz in Boston, USA, einer international tätigen Private Equity Gesellschaft.

 

B. Grundlagen und Methoden des Konzern-Zwischenabschlusses

1. Grundlagen der Erstellung des Abschlusses

Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2009 wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretationen durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt, wie sie in der EU anzuwenden sind.

Die Darstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2009 erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung".

Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss enthält nicht alle für den Konzernjahresabschluss vorgeschriebenen Angaben und Erläuterungen und sollte im Zusammenhang mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 gelesen werden.

 

2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wird in Euro aufgestellt

Die Gewinn-und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Für die Aufstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses wurden – mit Ausnahme nachfolgender zum 1. Januar 2009 erstmals angewandter IFRS Standards und Interpretationen – die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2008 maßgeblich waren.

IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben
Der geänderte Standard verlangt zusätzliche Angaben zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte und zum Liquiditätsrisiko. Die Änderungen sehen eine quantitative Analyse der beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage einer dreistufigen Hierarchie für jede Klasse von Finanzinstrumenten vor. Zusätzlich ist bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3 eine Überleitung zwischen Anfangs- und Endsaldo vorgeschrieben, sowie die Angabe wesentlicher Umgliederungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufen 1 und 2. Mit den Änderungen werden ferner die Anforderungen an die Angaben zum Liquiditätsrisiko klargestellt. In Hinblick auf die Angaben des Konzerns zum Liquiditätsrisiko haben die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen.

IFRS 8 Geschäftssegmente
Dieser Standard verlangt die Angabe von Informationen über die Geschäftssegmente des Konzerns und ersetzt die Verpflichtung, primäre (Geschäftssegmente) und sekundäre (geographische Segmente) Segmentberichtsformate für den Konzern zu bestimmen. Aus der Anwendung dieses Standards ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Nach Feststellung des Konzerns entsprechen die Geschäftssegmente den zuvor nach IAS 14 Segmentberichterstattung identifizierten Geschäftssegmenten.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses (überarbeitet)
Der überarbeitete Standard verlangt eine separate Darstellung für Eigenkapitalveränderungen, die aus Transaktionen mit den Anteilseignern in ihrer Eigenschaft als Anteilseigner resultieren, und sonstige Eigenkapitalveränderungen. In der Eigenkapitalveränderungsrechnung werden nur die Eigenkapitalveränderungen, die aus den Transaktionen mit den Anteilseignern in ihrer Eigenschaft als Anteilseigner resultieren, im Einzelnen dargestellt, wogegen sonstige Eigenkapitalveränderungen in Summe in einer Zeile ausgewiesen werden. Zudem führt der Standard eine Gesamtergebnisrechnung ein, in der sämtliche erfolgswirksam erfassten Ertrags- und Aufwandsposten sowie alle erfolgsneutral erfassten Ergebnisbestandteile entweder in einer einzigen Aufstellung oder in zwei miteinander verbundenen Aufstellungen dargestellt werden. Der Konzern hat entschieden, die Gesamtergebnisrechnung in zwei Aufstellungen darzustellen.

IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte
Ausgaben für Werbekampagnen und Maßnahmen der Verkaufsförderung werden als Aufwand erfasst, wenn der Konzern das Recht auf Zugang zu den Waren oder die Dienstleistungen erhalten hat. Diese Änderung hat keine Auswirkung auf den Konzern.

Aus den Änderungen der nachstehenden Standards und Interpretationen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Rechnungslegungsmethoden oder die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns:

IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung
IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme
IFRIC 9 Neubeurteilung eingebetteter Derivate
IFRIC 16 Absicherungen einer Nettoinvestition in ausländischen Geschäftsbetrieb
IAS 8 Rechnungslegungsmethoden
IAS 10 Ereignisse nach der Berichtsperiode
IAS 16 Sachanlagen
IAS 18 Umsatzerlöse
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer
IAS 20 Zuwendungen der öffentlichen Hand
IAS 23 Fremdkapitalkosten
IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen
IAS 31 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen
IAS 32 Finanzinstrumente
IAS 34 Zwischenberichterstattung
IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung

 

3. Konsolidierungskreis

Mit Wirkung zum 13. Januar 2009 hat die Herlitz PBS AG 100 % der Geschäftsanteile an der Tochtergesellschaft proOFFICE s.r.o. in Tschechien an fremde Dritte verkauft. Die Kaufpreiszahlung erfolgte in bar in Höhe von TEUR 7.250. Aus der Veräußerung resultierte im Konzern ein Ertrag von TEUR 6.105, der unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wird. Dem gegenüber stehen einmalige sonstige betriebliche Aufwendungen für die Durchführung der Transaktion in Höhe von rund TEUR 1.200. Die Gesellschaft wurde im Januar 2009 entkonsolidiert.

Die konsolidierten Ergebnisanteile der proOFFICE s.r.o. entfallen im Vorjahr im Wesentlichen auf die folgenden Posten der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung:

 

Die proOFFICE s.r.o. hatte im Wesentlichen Lieferungen an andere Konzernunternehmen vorgenommen.

Am 28. Mai 2009 wurde die neu gegründete Gesellschaft Susy Card GmbH mit Sitz in Falkensee in das Handelsregister eingetragen. In dieser Gesellschaft sollen alle Aktivitäten des Herlitz-Konzerns im Bereich Papeterie gebündelt werden. Die Herlitz PBS AG hält 100% der Anteile an der Gesellschaft. Die Susy Card GmbH wird seit 28. Mai 2009 in den Konsolidierungskreis des Herlitz-Konzerns einbezogen.

Der 51% Anteil, den die Herlitz PBS AG an der Gesellschaft Herlitz Oy, Finnland gehalten hat, wurde mit Wirkung zum 30. Juni 2009 an den bisherigen Minderheitseigentümer veräußert. Herlitz Oy wurde zum 30. Juni 2009 ohne wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entkonsolidiert.

Neben der Herlitz AG (Mutterunternehmen) werden 13 inländische und 10 ausländische Gesellschaften in den Herlitz-Konzern einbezogen.

 

C. Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Aufgrund des saisonalen Charakters des Papier-, Büro-, Schreibwaren- und Papeteriegeschäftes werden die wesentlichen Ergebnisbeiträge stets in der zweiten Jahreshälfte im Schulanfangs- und Weihnachtsgeschäft erzielt.

 

D. Segmenterlöse und Segmentergebnisse

Für Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern in die Segmente "Produktgeschäft" und "Dienstleistung" gegliedert. Diese können wie folgt differenziert werden:

Das Segment "Produktgeschäft" beinhaltet alle Produktions- und Vertriebsaktivitäten.

Das Segment "Dienstleistung" beinhaltet alle Logistik- und Merchandisingleistungen.

Zur Bildung der Segmente wurden die jeweiligen Gesellschaften zusammengefasst. Die Segmente bilden wichtige Berichtseinheiten für das Management im Konzern und liefern somit relevante Informationen für die Überwachung und Steuerung. Hauptsteuerungsgröße bildet dabei das Betriebsergebnis, das für die Beurteilung der Ertragskraft von großer Bedeutung ist und für Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen für jede Gesellschaft herangezogen wird.

Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden zu marktüblichen Bedingungen wie unter fremden Dritten ermittelt.

Die nachfolgenden Segmenterlöse und -ergebnisse sind nach Konsolidierung dargestellt:

 

 

E. Sonstige Erläuterungen

1. Restrukturierungsrückstellung

Im Februar 2009 wurde im Herlitz-Konzern eine Restrukturierungsrückstellung in Höhe von TEUR 2.487 im Zusammenhang mit der Freisetzung von Mitarbeitern im Bereich Papeterie gebildet. Die Restrukturierungsmaßnahmen betreffen zum überwiegenden Teil die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Papeteriegeschäftes und sind Bestandteil der strategischen Neuausrichtung des Konzerns.

 

2. Eventualverbindlichkeiten/ -forderungen

Die im Konzern-Anhang zum 31. Dezember 2008 erläuterte Haftungssituation der Herlitz AG gegenüber der Stationery Products S.à.r.l. für die Verbindlichkeiten der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Falkensee KG besteht unverändert fort.

 

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Herlitz PBS AG hat von der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Falkensee KG Gebäudeflächen in der Immobilie „Logistikzentrum Falkensee“ angemietet. Von der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Tegel KG haben die Herlitz PBS AG und die eCom Logistik GmbH & Co. KG Flächen im Lager- und Verwaltungsgebäude in Berlin-Tegel angemietet. Aus den genannten Mietverhältnissen ergeben sich sonstige finanzielle Verpflichtungen bis zu einem Jahr in Höhe von derzeit monatlich 624 TEUR.

 

4. Finanzielle Verbindlichkeiten

Im Wesentlichen auf Grund der Veräußerungen von Anlagevermögen und Beteiligungen konnten die Bankverbindlichkeiten erheblich verringert werden.

Die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 genannten Zinsswaps zur Absicherung allgemeiner Zinsänderungsrisiken bestehen im ersten Halbjahr 2009 fort. Zum 30. Juni 2009 betrug der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente TEUR -172, der entsprechend IFRS 7 der Stufe 2 zugeordnet wird. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2009 gab es keine Umgliederungen zwischen den Bewertungsstufen 1-3. Der Ausweis erfolgt unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Seit dem 31. Dezember 2008 ist der beizulegende Zeitwert um TEUR 70 zurückgegangen. Diese Änderung spiegelt sich erfolgswirksam im Finanzergebnis wieder.

 

5. Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands setzen sich in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt zusammen:

 

6. Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (ohne Auszubildende) hat sich gegenüber dem 1. Halbjahr 2008 um 343 auf 1.975 verringert.

Der Rückgang der Mitarbeiteranzahl resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf der proOFFICE s.r.o. und dem im Oktober 2008 realisierten Verkauf der Herlitz Kuvert GmbH.

 

7. Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Nachfolgend sind die Gesamtbeträge aus Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2009 respektive zum Stichtag 30. Juni 2009 dargestellt. Erläuterungen zu den einzelnen Sachverhalten sind dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 zu entnehmen.

 

 

Herlitz Aktiengesellschaft, Berlin

Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2009

1. Rahmenbedingungen

Auch im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009 wurde das wirtschaftliche Umfeld für die Papier-, Büro- und Schreibwaren-Branche wesentlich von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise beeinflusst. Insbesondere die schwache Nachfrage verbunden mit für den Herlitz-Konzern ungünstigen Wechselkursen in Osteuropa hat zu nennenswerten Umsatzrückgängen geführt. In Westeuropa ist hauptsächlich der Umsatz mit dem gewerblichen Bürobedarfshandel von der Krise betroffen.

 

2. Geschäftsverlauf

Die Umsatzerlöse im Herlitz-Konzern lagen im Zeitraum Januar bis Juni 2009 unter den Vergleichswerten des Vorjahres. Hauptursache für diese Entwicklung ist die Wirtschaftskrise. Hinzu kommt der strategisch gewollte Verzicht auf Umsätze im Papeteriebereich mit "private-label"-Artikeln sowie im Sortiment Briefumschläge nach dem Verkauf der Herlitz Kuvert GmbH in 2008. Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen durch den Verkauf der proOFFICE s.r.o. erheblich höher aus als im Vorjahr. Der Verkauf hat wegen der nun niedrigeren Wertschöpfungstiefe die sonstigen betrieblichen Aufwendungen positiv beeinflusst. Auf den Personalaufwand negativ ausgewirkt hat sich die Bildung einer Restrukturierungsrückstellung, die im Wesentlichen der Verbesserung der Ertragskraft des Bereichs Papeterie dient. Insgesamt konnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf Vorjahresniveau gehalten werden.

 

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögenslage betreffend fallen die Vorräte aufgrund der saisonal üblichen Vorproduktion für das Schulanfangsgeschäft gegenüber dem 31. Dezember 2008 höher aus. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres fand aber eine erhebliche Reduzierung statt.

Im Rahmen der außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente bestehen über die jeweilige Restlaufzeit Mietverpflichtungen für die Gebäude in Berlin-Tegel und Falkensee von insgesamt TEUR 8.701.

Die Finanzlage ist im Vergleich zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres ebenfalls saisonal wie jedes Jahr von der Vorfinanzierung des Schulanfangsgeschäfts geprägt. Im Vergleich zum 30. Juni 2008 befindet sich die Verschuldung aber insgesamt auf einem erheblich niedrigeren Niveau. Zur Finanzierung wurden Bankkredite und Mittel aus dem Factoring sowie einmalige Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen verwendet.

Die Ertragslage hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres leicht verbessert. Die Umsatzerlöse sind im Wesentlichen bedingt durch die Finanzkrise um fast 13 % gesunken. Änderungen im Verkaufssortiment in Richtung eines höheren Umsatzanteils mit der Marke "Herlitz" haben sich im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahreswerten verbessernd auf die Rohertragsquote ausgewirkt. Der Verkauf der proOFFICE s.r.o. hat bei deren Produkten die Umstellung von Eigenfertigung auf Fremdbezug zur Folge, was eine Verschlechterung der Rohertragsquote bedeutet. Der Veräußerungserlös der proOFFICE s.r.o. hat im Vorjahresvergleich zu höheren sonstigen betrieblichen Erträgen geführt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen fielen insgesamt gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich niedriger aus. Wesentliche Gründe dafür sind neben dem Wegfall der entsprechenden Kosten der proOFFICE s.r.o. Erfolge bei weiteren Einsparmaßnahmen. Mehraufwendungen entfielen auf die Bildung der Restrukturierungsrückstellung, auf Beratungsleistungen für die oben genannte Verkaufstransaktion sowie auf erhöhte Marketingaktivitäten. Das EBIT war im Herlitz-Konzern für das erste Halbjahr 2009 saisonal bedingt zwar negativ, bewegt sich aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf dem gleichen Niveau. Die verbesserte Verschuldungssituation hatte einen positiven Einfluss auf das Finanzergebnis. Der Steueraufwand resultiert im Wesentlichen aus aktiven latenten Steuern, die aus temporären Differenzen entstanden sind. Der Fehlbetrag konnte gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums dadurch nicht verbessert werden.

Deutlich positive Ergebnisanteile werden in der PBS-Branche üblicherweise erst in der zweiten Hälfte des Jahres durch das Schulanfangs- und Weihnachtsgeschäft erwirtschaftet.

 

4. Chancen- und Risikobericht

Das internationale Geschäft des Herlitz-Konzerns, vor allem in Osteuropa, war im ersten Halbjahr 2009 von den Folgen der internationalen Finanzkrise stark betroffen. Auswirkungen sind insbesondere die Abwertungen der lokalen Währungen gegenüber dem Euro, die schwache Konsumnachfrage vor Ort sowie die eingeschränkten Absicherungsmöglichkeiten bei direkten Exportgeschäften von Deutschland aus. In Westeuropa und im Inland leidet derzeit speziell der Umsatz im gewerblichen Bürobedarfshandel unter dem krisenbedingten Nachfragerückgang.

Die angekündigten Umbaumaßnahmen im Rahmen der Konzentration auf das Markengeschäft und der Internationalisierung werden konsequent weiterfolgt. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Implikationen hinsichtlich der Finanzierungssituation gelegt. Die Umsetzungen weiterer Maßnahmen in diesem Zusammenhang können zu außerordentlichen Ergebnisverschiebungen auch noch im laufenden Geschäftsjahr führen.

Ansonsten treffen die Erläuterungen zu den Chancen und den Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Herlitz-Konzerns im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2008 für die verbleibenden Monate des Jahres 2009 in den wesentlichen Punkten weiterhin zu.

 

5. Prognosebericht

Von zentraler Bedeutung für die kurz- bis mittelfristige Entwicklung des Herlitz- Konzerns ist der Fortgang der Finanzkrise, der momentan nicht zu prognostizieren ist. Insbesondere im osteuropäischen Raum inklusive Russland liegt das Hauptaugenmerk auf der Zukunft des privaten Konsums, der Wechselkursrelation zum Euro und den finanziellen Möglichkeiten der lokalen Großhändler. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Marktsituation in den kommenden Monaten noch verschärfen wird, und dies zu entsprechenden Ergebnisverschlechterungen gegenüber dem Vorjahr führen kann. Für die Ergebnisentwicklung in der 2. Jahreshälfte 2009 wird das bevorstehende Schulanfangsgeschäft wesentliche Indizien liefern.

Der Herlitz-Konzern hat seine Anstrengungen verstärkt, frühzeitig auf die negativen Auswirkungen reagieren zu können, die sich aus den Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Positive Impulse auf die Ertragskraft werden von den einzelnen Strategiemaßnahmen, wie neue innovative Produkte und die Konzentration auf Markenprodukte im Bereich Schule und Büro erwartet.

Hinsichtlich der Rohstoffpreise geht der Herlitz-Konzern von keiner wesentlichen Veränderung bis zum Jahresende 2009 aus. Diese Prognose wird durch teilweise längerfristigere Verträge mit Lieferanten flankiert.

Der Kreditvertrag mit seinen Rahmenbedingungen ist bis Mitte 2010 gültig und bildet zusammen mit der im Vergleich zum Vorjahr günstigeren Verschuldungssituation eine ausreichende Finanzierungsbasis für den Herlitz-Konzern.

Mit der strategischen Neuausrichtung schafft der Herlitz-Konzern die Voraussetzungen, um die Krise meistern zu können, und für die Zeit danach mit einer verbesserten Wettbewerbsposition die Ertragskraft nachhaltig zu erhöhen.

Bezüglich der weiteren Hauptaussagen des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr 2008 liegen für das laufende Geschäftsjahr keine neuen Erkenntnisse vor, die die Prognose wesentlich verändern.

 

6. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag 30. Juni 2009 lagen nicht vor.

 

 

Herlitz Aktiengesellschaft, Berlin

Versicherung der gesetzlichen Vertreter zum 30. Juni 2009

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den angewandten Grundsätzen ordnungsmäßiger Konzernzwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, der Konzernzwischenlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Berlin, den 28. August 2009

Jan von Schuckmann
Thomas Hübner
Markus Oestmann

Herlitz Aktiengesellschaft

 

 

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Herlitz AG, Berlin

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Herlitz AG, Berlin, für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2009, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Berlin, 28. August 2009

Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Seidel
Wirtschaftsprüfer

Schmidt
Wirtschaftsprüfer