Herlitz Aktiengesellschaft, Berlin
Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2008
A. Grundlegende Informationen
Die Herlitz Aktiengesellschaft ("Herlitz AG") ist Konzernmuttergesellschaft und hat ihren Sitz in Berlin. Die Konzernzentrale befindet sich Am Borsigturm 100 in 13507 Berlin. Die Herlitz AG wurde 1972 im Amtsgericht Charlottenburg (Berlin, Deutschland) nach dem Aktiengesetz in das Handelsregister, Abteilung B, unter Nr. 7129 eingetragen. Der Herlitz-Konzern gehört zu den führenden Produzenten und Händlern von Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) sowie Papeterieartikeln in Europa. Die Herlitz AG ist eine in der Bundesrepublik Deutschland gegründete, in ihrer Haftung beschränkte Gesellschaft mit Sitz in Berlin, deren Aktien öffentlich gehandelt werden.
Herr Martin Hoffmann ist als Vertriebsvorstand der Herlitz AG und der Herlitz PBS AG mit Wirkung zum 31. Mai 2008 ausgeschieden. Mit Wirkung spätestens zum 1. September 2008 wurde Herr Markus Oestmann zum neuen Vorstandsmitglied beider Gesellschaften bestellt. Er wird im Vorstand die Ressorts Vertrieb und Marketing verantworten.
Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2008 ist durch Beschluss der Geschäftsleitung zur Veröffentlichung zum 29. August 2008 freigegeben.
Von dem im Handelsregister eingetragenen Grundkapital und der Stimmrechte der Herlitz AG entfallen 65,99 % auf die Stationery Products S.à.r.l., Luxembourg ("Stationery Products"). Die Stationery Products gehört mittelbar zur Advent International Corp. mit Sitz in Boston, USA, einer international tätigen Private Equity Gesellschaft.
B. Grundlagen und Methoden des Konzern-Zwischenabschlusses
1. Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2008 wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretationen durch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt, wie sie in der EU anzuwenden sind.
Die Darstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2008 erfolgte in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung".
Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss enthält nicht alle für den Konzernjahresabschluss vorgeschriebenen Angaben und Erläuterungen und sollte im Zusammenhang mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 gelesen werden.
2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Die bei der Aufstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2007 angewendet wurden.
3. Konsolidierungskreis
Am 27. Februar 2008 wurde die Gesellschaft Herlitz Kuvert GmbH mit Sitz in Falkensee in das Handelsregister eingetragen. In dieser Gesellschaft wurden alle Aktivitäten des Herlitz-Konzerns hinsichtlich der Fertigung von Briefumschlägen und Versandtaschen zusammengefasst. Die Herlitz PBS AG ist 100 %-ige Eigentümerin der Gesellschaft. Die Herlitz Kuvert GmbH wird seitdem in den Konsolidierungskreis des Herlitz-Konzerns einbezogen.
Neben der Herlitz AG (Mutterunternehmen) werden gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 nunmehr 13 inländische und 12 ausländische Gesellschaften einbezogen.
C. Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit
Aufgrund des saisonalen Charakters des Geschäftes werden die wesentlichen Ergebnisbeiträge stets in der zweiten Jahreshälfte im Schulanfangs- und Weihnachtsgeschäft erzielt.
D. Segmenterlöse und Segmentergebnisse
Die Segmente in der primären Berichterstattung bilden die Trennung des operativen Geschäftes in die Bereiche "Produktgeschäft" und "Dienstleistung" (Logistikdienstleistungen / Merchandising) ab. Der Produktbereich deckt hierbei die reinen Produktions-, Marketing- und Vertriebstätigkeiten ab, während das Segment Dienstleistungen die Lieferungen und sonstige Logistikdienstleistungen sowie das Merchandising beinhaltet. Außenumsatz, Segmentergebnisse und Abschreibungen sowie betriebliches Vermögen und Schulden sind in der Segmentberichterstattung nach der Konsolidierung dargestellt.

Bitte klicken für größeres Bild
E. Sonstige Erläuterungen
1. Eventualverbindlichkeiten/ -forderungen
Die im Konzern-Anhang zum 31. Dezember 2007 erläuterte Haftungssituation der Herlitz AG gegenüber der Stationery Products S.à.r.l. für die Verbindlichkeiten der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Falkensee besteht unverändert fort.
2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Herlitz PBS AG hat von der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Falkensee KG Gebäudeflächen in der Immobilie „Logistikzentrum Falkensee“ angemietet. Von der MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Tegel KG haben die Herlitz PBS AG und die eCom Logistik GmbH & Co. KG Flächen im Lager- und Verwaltungsgebäude in Berlin-Tegel angemietet. Aus allen genannten Mietverhältnissen ergeben sich sonstige finanzielle Verpflichtungen bis zu einem Jahr in Höhe von derzeit monatlich 690 TEUR.
3. Mitarbeiter
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (ohne Auszubildende) hat sich gegenüber dem Gesamtjahr 2007 um 31 auf 2.318 verringert.
Der Rückgang der Mitarbeiteranzahl resultierte im Wesentlichen aus organisatori¬schen Anpassungen in den Verwaltungsbereichen.
4. Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Nachfolgend sind die Gesamtbeträge aus Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2008 respektive zum Stichtag 30. Juni 2008 dargestellt. Erläuterungen zu den einzelnen Sachverhalten sind dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 zu entnehmen.

Bitte klicken für größeres Bild
Herlitz Aktiengesellschaft, Berlin
Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2008
1. Rahmenbedingungen
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008 wurde das wirtschaftliche Umfeld für die Papier-, Büro- und Schreibwaren-Branche durch die gestiegenen Energiekosten und sich drastisch erhöhende Stahlpreise ungünstig beeinflusst. Diese Preisanstiege führten zu einer hohen Inflationsrate im Euro-Raum und in der Folge zu einer spürbaren Konsumzurückhaltung. Im Rohstoffeinkauf mussten über nahezu alle Kategorien hinweg Preisaufschläge hingenommen werden. Trotz bestehender Lieferverträge drohten einzelne Lieferanten aufgrund unauskömmlicher Preise mit Liefereinschränkungen.
Auf der Handelsseite setzte sich der Konzentrationsprozess weiter fort. Stark betroffen war davon im ersten Halbjahr 2008 der gewerbliche Handel, insbesondere durch die Übernahme von Corporate Express durch den Wettbewerber Staples.
2. Geschäftsverlauf
Die Umsatzerlöse im Herlitz-Konzern lagen im Zeitraum Januar bis Juni 2008 über den Vergleichswerten des Vorjahres. Verbesserungen in der Sortimentsstruktur und Erhöhungen der Verkaufspreise haben zu einer Steigerung der Rohertragsmarge und des Rohertrages geführt. Diese Erhöhungen waren wegen der gestiegenen Rohstoffkosten sowie relativ hohen Tarifabschlüssen zur Absicherung der Ertragslage unvermeidlich. Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen gegenüber der Vorjahresvergleichs¬periode geringer aus. Als Ergebnis der Restrukturierungsmaßnahmen konnte bei den Gesamtkosten ein spürbarer Rückgang erreicht werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegen damit über den jeweiligen Vorjahreswerten.
3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Aufgrund der saisonal üblichen Vorproduktion für das Schulanfangsgeschäft fällt das Vorrats¬vermögen gegenüber dem 31. Dezember 2007 höher aus. Die zum 31. Dezember 2007 als langfristig ausgewiesene Zinsforderung an die MOLKARI Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Falkensee KG wird zum 30. Juni 2008 als kurzfristig klassifiziert (TEUR 1.492; 31.12.2007 TEUR 1.715). Im Juni 2008 erfolgte eine anteilige Zinszahlung.
Im Rahmen der außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente bestehen über die jeweilige Restlaufzeit Mietverpflichtungen für die Gebäude in Berlin-Tegel und Falkensee von insgesamt TEUR 11.258.
Die Finanzlage ist im Vergleich zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres ebenfalls saisonal wie jedes Jahr von der Vorfinanzierung des Schulanfangsgeschäfts geprägt. Zur Finanzierung wurden sowohl Bankkredite als auch Mittel aus dem Factoring verwendet.
Die Ertragslage insgesamt hat sich im Vergleich zum Januar bis Juni des Vorjahres verbessert. Die Umsatzerlöse sind um fast 2 % gestiegen. Preiserhöhungen auf der Beschaffungsseite konnten teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Optimierungen im Sortiment und eine Steigerung des Umsatzanteils mit der Marke "Herlitz" haben die Rohertragssituation nachhaltig positiv beeinflusst. Die Gesamtkosten fielen gegenüber dem Vergleichszeitraum geringer aus. Insbesondere bei den Instandhaltungskosten zeigten die Einsparungsmaßnahmen in Verbindung mit einem optimierten Instandhaltungsmanagement Wirkung. Der EBIT war im Herlitz-Konzern für das erste Halbjahr saisonal bedingt zwar negativ, hat sich aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessert. Das Finanzergebnis wurde durch gestiegene Zinssätze belastet. Der Steuerertrag resultiert im Wesentlichen aus aktiven latenten Steuern, die aus temporären Differenzen entstanden sind. Der Fehlbetrag konnte ebenfalls verbessert werden.
Deutlich positive Ergebnisanteile werden in der PBS-Branche im Allgemeinen erst in der zweiten Hälfte des Jahres durch das Schulanfangs- und Weihnachtsgeschäft erwirtschaftet.
4. Chancen- und Risikobericht
Das internationale Geschäft des Herlitz-Konzerns, insbesondere in Osteuropa, hat in der Vergangenheit für Wachstum gesorgt. Es ist festzustellen, dass der Wettbewerbsdruck aufgrund neuer Marktteilnehmer steigt. Dies führt in einzelnen Bereichen zu sehr preisaggressivem Verhalten einiger Anbieter. Für den Herlitz-Konzern steht jedoch die Profitabilität im Vordergrund. Hierbei kommen uns in vielen Fällen der gut eingeführte Markenname sowie die lokale Präsenz zugute. Einzelne Märkte wie der Balkan oder Russland bieten daneben nach wie vor Wachstumschancen.
Von zentraler Bedeutung wird die notwendige Weitergabe von zu erwartenden Energie- und Rohstoffpreissteigerungen sein. Wegen der flachen Wert-schöpfungsstufen in der Herstellung von PBS-Produkten sind diese durch Produktivitätssteigerungen alleine nicht zu verkraften.
Aus den angekündigten strukturellen Umbaumaßnahmen im Rahmen der Konzentration auf das Kerngeschäft können außerordentliche Ergebnisverschiebungen entstehen. Dies könnte auch für das laufende Geschäftsjahr gelten, wenn noch einzelne Maßnahmen umgesetzt werden.
Ansonsten treffen die Erläuterungen zu den Chancen und den Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Herlitz-Konzerns im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2007 für die verbleibenden Monate des Jahres 2008 in den wesentlichen Punkten weiterhin zu.
5. Prognosebericht
An den im Prognosebericht des Konzernlageberichts des Geschäftsjahres 2007 genannten Schritten für eine strategische Neuausrichtung des Herlitz-Konzerns wird intensiv gearbeitet. Die nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft durch die Fokussierung im Rahmen der Herlitz-Markenstrategie und die Internationalisierung verbunden mit einem straffen Kostenmanagement bleiben auch in den restlichen Monaten des Jahres 2008 und darüber hinaus die oberste Priorität.
Bezüglich der weiteren Hauptaussagen des Konzernlageberichts liegen für das laufende Geschäftsjahr keine neuen Erkenntnisse vor, die die Prognose wesentlich verändern.
6. Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag 30. Juni 2008 lagen nicht vor.
Herlitz Aktiengesellschaft, Berlin
Versicherung der gesetzlichen Vertreter zum 30. Juni 2008
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den angewandten Grundsätzen ordnungsmäßiger Konzernzwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, der Konzernzwischenlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Berlin, den 29. August 2008
Jan von Schuckmann Thomas Hübner
Herlitz Aktiengesellschaft
Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
An die Herlitz AG, Berlin
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Herlitz AG, Berlin, für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis zum 30. Juni 2008, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Berlin, 29. August 2008
Ernst & Young AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Seidel
Wirtschaftsprüfer
Schmidt
Wirtschaftsprüfer


