Papierherstellung

Baumstämme

Die Papierherstellung ist von vielen verschiedenen Parametern abhängig. Das Flächengewicht, die gewünschten Blatteigenschaften sowie die Produktionskapazität sind nur einige davon. Um das Thema zu verdeutlichen zeigen wir Ihnen im Folgenden einen vereinfachten Ablauf der Herstellung.

Stoffaufbereitung

Alle Rohstoffkomponenten sei es Zellstoff, Holzstoff oder Altpapier werden nach der Rohstoffgewinnung der Stoffzentrale zugeführt. Dort werden Farb- und Hilfsstoffe je nach Herstellungsrezeptur zugesetzt. Dieses Gemisch wird mit Wasser verdünnt und von Luftbläschen befreit.
Der Stoffauflauf verteilt die hoch verdünnte Mischung gleichmäßig über die gesamte Breite der Maschine. Auf dem Sieb lagern sich die Fasern neben- und aufeinander ab und das Wasser wird gleichzeitig nach unten abgesaugt. Nach dieser Prozedur enthält diese Papierbahn jedoch immer noch ca. 80% Wasser.

 

Siebpartie

Während dieser Phase prägt sich die Siebstruktur in das Faservlies ein. Damit die Struktur auf beiden Seiten des Papiers gleich wird, gibt es Doppelsiebmaschinen. Es treten hierbei Unterschiede in den Eigenschaften zwischen Sieb- und Oberseite auf und es kann zu einem asymmetrischen Aufbau des Papiers kommen. Ein Egotteur (siebbespannte Walze) kann dem entgegen wirken und drückt die Faserflocken in das Blatt hinein.

 

Presspartie

In der Presspartie erfolgt durch die Walzen die weitere Entwässerung des feuchten Faservlieses. Die Maschine besteht aus mehreren Walzensystemen, wobei der Druck, der auf das Faservlies ausgeübt wird, stetig zunimmt. Der Pressvorgang bewirkt eine Verdichtung des Papiergefüges, so dass die Festigkeit erhöht wird. Nach dieser Partie erreicht das Papier einen maximalen Trockengehalt von 50 bis 55%.

 

Trockenpartie

Da es sich bei Papier um Material mit Schrumpfungsvorgängen handelt, kann man die endgültige Feste erst bei einer Restfeuchte von 6 bis 10% ermitteln. Als Transportmedium für den durch Wärme freigesetzten Wasserdampf dient die Luft. Je nach Trocknungsverfahren wird zwischen der Kontakt-, der Konvektions- und der neuartigen Infrarottrocknung unterschieden.

 

Glätten

Nach der Trocknung wird das Papier einer Glättung im Glättwerk unterzogen. Neuerdings findet man häufig einen Softkalander (eine mit weichem Kunststoffbezug überzogene Walze) vor. Die erzielte Glättung erweist sich als wesentlich effektiver und besser als die durch 2 metallbezogene Walzen.

 

Aufrollung

Die Qualitätskontrolle erfolgt durch einen Lochdetektor um eventuelle Fehler aufzudecken.
Auf dem Rollenschneider werden die Papierrollen auf die von dem Kunden gewünschte Breite zugeschnitten oder sie werden vom Formatschneider auf ein Bogenformat zerkleinert.

 

Oberflächen-Veredelung

Um die Eigenschaften zu verbessern, wird das Papier anschließend veredelt. Dadurch wird u.a. die gewünschte Gleichmäßigkeit und Brillanz sowie die Recyclingfähigkeit des Papiers erreicht.